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Architekt sieht genug Platz für zwei Schulen am See

Die Bürgerinitiative „Vernunft macht Schule“ hat sich Expertise geholt. Laut Architekt Niko Rickert reicht die Fläche am Kleinen See für den Neubau von Grund- und Gemeinschaftsschule samt Sporthalle.

Eutin

Die Bürgerinitiative (BI) „Vernunft macht Schule“ mobilisiert vor dem von ihr angestoßenen Bürgerentscheid für einen Schulcampus am Kleinen See alle Kräfte. Zu einem Informationsabend im Brauhaus hatten die Initiatoren Thorben Junge, Ivo Stock und Ursula Jacobsen-Priefer nicht nur den Schulleiter der Wilhelm-Wisser-Schule, Sven Ulmer, sondern auch den Heiligenhafener Architekten Niko Rickert eingeladen. Er bestätigte die von der BI vertretene These, dass an dem Standort Lübsche Koppel nicht nur ein Neubau der Außenstelle der Grundschule, sondern auch eine neue Gemeinschaftsschule plus Sporthalle zu realisieren seien.

„Unsere Sorge ist nicht ernst genommen worden“

„Wir haben immer geglaubt, dass sich das Raumbuch der Wisser-Schule am Standort Berg, also der Elisabethstraße, nicht ohne Weiteres umsetzen lassen wird. Unsere Angst war, dass das erst erkannt wird, wenn die Grundschule bereits gebaut wäre, und dann möglicherweise kein Geld mehr für die Wisser-Schule da wäre“, erklärte Thorben Junge die Motive der BI. „Mit dieser Sorge sind wir aber von der Politik nicht ernst genommen worden. Deshalb haben wir angefangen, Unterschriften für ein Bürgerbegehren zu sammeln.“

Beide Schulkonferenzen wollen einen Neubau

Mitte Oktober hatte die Kommunalpolitik eine Machbarkeitsstudie für die Wisser-Schule in Auftrag gegeben. Das beauftragte Architekturbüro stellte sie Mitte Januar im Schulausschuss mit dem Ergebnis vor, dass 99 Prozent der Erfordernisse in der Elisabethstraße umzusetzen seien – ausgehend von einer 3,5-Zügigkeit und rund 500 Schülern. „Rein räumlich und formal“ erfülle das Raumprogramm, was seine Schule sich gewünscht habe, hatte Sven Ulmer damals eingeräumt. Das bekräftigte er auch auf dem Infoabend der BI. Aber es gebe auch den Beschluss der Schulkonferenz, sagte Ulmer. Diese habe sich für einen Neubau am Kleinen See ausgesprochen. Genau das hat allerdings auch die Schulkonferenz der Grundschule getan.

Sven Ulmer, Leiter der Wilhelm-Wisser-Schule, bedankte sich bei der BI für ihren Einsatz für Eutiner Kinder
Sven Ulmer, Leiter der Wilhelm-Wisser-Schule, bedankte sich bei der BI für ihren Einsatz für Eutiner Kinder. Quelle: Ulrike Benthien

 

Schule habe sich sehr gewandelt, schilderte Sven Ulmer. „Unser Gebäude stammt aus den 1960er Jahren. Da gab es in der Mitte einen Flur, von dem gingen die Klassenräume ab. Kinder wurden zu der Zeit instruiert. Das war Lernen im Gleichschritt. Heute geht man auf unterschiedliche Lerntempi ein.“ Das müsse man angesichts vieler Förder- und DaZ-Schüler (Kinder, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, sondern die es als Zweitsprache lernen) auch. „Heute werden Cluster gebildet. Da werden vier Klassenräume um einen Multifunktionsraum herumgepackt“, berichtete der Schulleiter.

Er nannte die Sanierungsabsichten, die CDU, Grüne und FDP mit ihrem Bürgerentscheid für seine Schule verfolgten, „pädagogisch rückwärts gewandt“. Die BI-Absicht enthalte eine „pädagogische Vision. Sie bietet uns die Chance, auf neueste pädagogische Trends einzugehen“, sagte Sven Ulmer. Am Kleinen See böte sich die Möglichkeit, diese Vision umzusetzen. „Im Grünen, in Seenähe haben die Kinder die Chance, gesund zu wachsen.“

„Man kann eine sehr schöne Campuslösung hinbekommen“

Fachlichen Rat hat sich die BI beim Heiligenhafener Architekten Niko Rickert geholt. Anhand von Grundflächenmodellen zeigte er den 40 Gästen des Infoabends auf, wie Grund- und Gemeinschaftsschule samt Sporthalle auf dem Gelände arrangiert werden und sich zudem in die Landschaft am See einfügen könnten. „Man kann hier eine sehr schöne Campuslösung hinbekommen. Das ist keine große Bärenaufgabe. Es muss kein Klotz werden. Und es gibt sogar noch Potenzialflächen“, sagte er und zeigte sich zuversichtlich, dass ein – auch von der Stadt angestrebter – Wettbewerb „viele gute Ergebnisse“ bringen werde.

Ex-Schulleiterin warnt vor „größtem Fehler in der Geschichte Eutins

Als große Fürsprecherin der Campuslösung zeigte sich die ehemalige Schulleiterin der Gemeinschaftsschule, Erika Jahnke. „Eutin stellt absolut die falschen Weichen, wenn noch weiter in die Wisser-Schule investiert wird. Aus Süsel kamen die Kinder früher traditionell zur Wisser-Schule. Jetzt fahren alle nach Pönitz. Dort ist kontinuierlich aufgerüstet worden. Es gibt einen großen Schulhof, viele Beschäftigungsmöglichkeiten. Das ist auf dem Gelände an der Elisabethstraße nicht machbar“, sagte sie und weiter: „Es wäre der größte Fehler in der Geschichte Eutins, jetzt nicht für die Campuslösung zu stimmen.“

Bis 2010 gab es Grund- und Hauptschule am Kleinen See

Rita Rehm, ehemalige Lehrerin an der Schule am Kleinen See, trat Bedenken entgegen, dass jüngere und ältere Kinder dort keinen gemeinsamen Unterrichtsstandort haben könnten. „Ich verstehe das überhaupt nicht. Bis vor neun Jahren waren dort Grund- und Hauptschule gemeinsam angesiedelt.“ Mit dem 1. August 2010 waren die Hauptschule vom Kleinen See und die ehemalige Realschule/Wilhelm-Wisser-Schule zur Gemeinschaftsschule verschmolzen.

Auf den Einwurf aus dem Publikum „Was passiert nach dem 26. Mai, wenn die Bürgerinitiative sich durchsetzen sollte?“ antwortete die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Monika Obieray: „Der Bürgerentscheid muss befolgt werden. Alle Parteien würden sofort an der Umsetzung arbeiten.“ Sie gab jedoch zu bedenken: „Es kann sich herausstellen, dass Fachleute sagen, es passt nicht hin.“ Obieray spielte den Ball an die BI weiter: „Werden Sie es den Bürgern dann erklären?“ Er vertraue zunächst auf ihr Wort, dass sofort angefangen würde, entgegnete Thorben Junge. Würde allerdings so geplant, dass kein Platz für die Wisser-Schule am See sein sollte, „fällt uns das auf. Dann machen wir das Spektakel in zwei Jahren noch mal“.

Ulrike Benthien

Quelle: Ulrike Benthien | LN-Online 23.05.2019

Ergebnisse im LN-Live-Ticker

14 618 Wahlberechtigtekönnen in Eutin am Sonntag, 26. Mai, beim Bürgerentscheid über die Entwicklung der Schullandschaft abstimmen. Aufgerufen sind alle Eutiner ab 16 Jahren. Die notwendige Anzahl von Stimmen, die erreicht sein muss, damit die Abstimmung gültig ist, beträgt aktuell 2632 Stimmen.

Ab 18 Uhr werden zunächst die Stimmen zur Europawahl ausgezählt. Stadtsprecherin Kerstin Stein-Schmidt rechnet für 21.30 bis 22 Uhr mit den Ergebnissen. Erst danach werden die Stimmen für den Bürgerentscheid ausgezählt. Die Ergebnisse wird die Stadt nur auf ihrer Homepage veröffentlichen. Im Rathaus ist keine Präsentation vorgesehen.

 Die LN werden in einemLive-Ticker über den aktuellen Stand berichten.

„Wir wünschen uns den Campus“

Eutins Schulentwicklung steht zur Wahl:
Gemeinschaftsschulleiter Sven Ulmer spricht über gemeinsame Vorteile und Kooperationen

Eutin

Die Eutiner können am Sonntag, 26. Mai, die Schulentwicklung ihrer Stadt für Jahrzehnte beeinflussen und wählen: Zwei getrennte Standorte für zwei getrennte Schulen (Bürgerentscheid 2) oder Grund- und Gemeinschaftsschule gemeinsam auf dem Grundstück Kleiner See (Bürgerentscheid 1). Wir haben mit beiden Schulleitern gesprochen. Heute im Interview: Sven Ulmer, Leiter der Wilhelm-Wisser-Schule an der Elisabethstraße, Außenstelle Kleiner See (5. und 6. Klasse) sowie Außenstelle Hutzfeld.

Was merken Sie vom Wahlkampf rund um die beiden Bürgerentscheide im Schulalltag?

Den Wahlkampf rund um den Bürgerentscheid scheinen die Schülerinnen und Schüler kaum wahr zu nehmen, und da wir die Kinder und Jugendlichen nicht für Wahlkampfzwecke missbrauchen wollen, halten wir uns hier aber auch bewusst als Schule zurück. Hingegen herrscht in der Lehrerschaft eine permanente Diskussion, die besonders die Verbreitung von Unwahrheiten in der Öffentlichkeit aufgreift.

Wie förderlich ist diese Art der öffentlichen Diskussion eigentlich für die Zusammenarbeit und den oft betonten Schulfrieden?

Die Wilhelm-Wisser-Schule bleibt ihrer bisherigen jahrelangen Linie treu und geht weiter auf die Grundschule zu – so wurden beispielsweise für die Sporthalle am See aus dem Etat der WWS Sportgeräte zur gemeinsamen Nutzung angeschafft, bei der Aktion „Flowers for Future“ wurden Pflanzen vor den Grundschulpavillons gepflanzt, bei der Aktion „Saubere Landschaft“ verzichteten wir auf unsere traditionellen Sammelorte und überließen diese der Grundschule.

Warum zieht die Wilhelm-Wisser-Schule den Standort am See mit Grundschule, Förderzentren etc. der Entwicklung am alleinigen Standort vor?

Ein Neubau am See bietet den Kindern und Jugendlichen Eutins einen naturnahen, geschützten und verkehrsberuhigten Raum, in dem sich alle altersgerecht entwickeln können. Toben und Erholung während der Pausenzeiten sind am See gut miteinander zu vereinen. Modernste räumliche Konzepte könnten entsprechend neuster pädagogischer Erkenntnisse verwirklicht werden. Der Unterricht würde durch naturnahen NaWi-Unterricht und ständige Nutzbarkeit einer Außensportanlage immens gewinnen. Wohingegen der „Standort Berg“ während der Bauphase höchsten Belastungen ausgesetzt sein wird, die Abwanderung von Schülern zu befürchten ist und später mit einem beschatteten, versiegelten Schulhof von ca. 1000 Quadratmeter für 525 Schüler zu rechnen ist.

Welche Kooperationen schweben Ihnen im Falle einer Campuslösung vor? Welche gibt es heute schon?

Schon in der Vergangenheit unterstützte die WWS die Grundschule bei Sportfesten oder schlug die Einrichtung einer gemeinsamen Schüler-Bibliothek vor. Beim Stundenplan verzichten wir regelmäßig zugunsten der Außenstelle GPS auf Unterrichtszeiten – dieses Entgegenkommen wird bei der WWS auch weiterhin moralische Grundeinstellung bleiben. Ähnlich wie bereits am Standort in Hutzfeld praktiziert, sind Konzepte wie „Groß liest für Klein“ oder wie auch an der WWS durchgeführte Patenschaften von 9./10.Klässlern denkbar. Gemeinsame Chöre und Theateraufführungen, unterstützt durch unsere Bläserklasse, könnten mit räumlicher Nähe und Ausstattung wahr werden. Unsere Konfliktlotsen könnten an der Grundschule eingesetzt werden und dort, durch die Lösung kleinerer Konflikte, Lehrkräfte entlasten. Im OGS-Bereich könnten ältere Schüler unterstützend bei den Hausaufgaben helfen und, und, und…

Was halten Sie von den Argumenten, die von Befürwortern des Neubaus und der Modernisierung am Berg genannt werden?

Ich sehe keine echten Argumente der Befürworter des Bürgerentscheides 2. Stattdessen arbeitet man mit den Ängsten der Menschen und zeichnet unwirkliche Szenarien. Erschüttert nahmen viele Lehrkräfte zur Kenntnis, dass man auch nicht davor zurückschreckt, Kinder zu instrumentalisieren, weil stichhaltige Gegenargumente fehlen – wir wünschten uns, dass man diese Diskussion auf erwachsener Ebene führt.

Was würde es für die Wisser-Schule bedeuten, wenn die Mehrheit der Wähler sich für die Variante „zwei Schulen an zwei Standorten“ ausspricht?

Bei einem Scheitern des Bürgerentscheids 1, der ja einstimmig den Beschlüssen der Schüler-/Eltern- und Lehrervertreter der WWS entspricht, müssten wir überlegen, wie wir rund drei Jahre ohne (oder einem kleinen) Schulhof und rund zwei Jahre ohne Sporthalle den Schulbetrieb aufrecht erhalten können – eine Erfüllung der vom Ministerium zwingend vorgeschriebenen Stundentafel ist nach derzeitigem Planungsstand ausgeschlossen. Sollten die Eutiner gegen die Campuslösung stimmen, werden wir alles daran setzen, deren Willen dann pflichtgemäß und loyal umzusetzen.

Und was würden Sie sich wünschen?

Entsprechend des Beschlusses der WWS-Schulkonferenz wünschen wir uns die „Campuslösung“ und, dass sich der Umgang der politischen Akteure wieder in einem wertschätzenden und höflichen Rahmen zum Wohle der Eutiner Kinder und Erwachsenen bewegt. Wir hoffen, die Menschen sind weitsichtig und erkennen, dass nahezu 60 Prozent der Eutiner Grundschüler später Schüler unserer Schule sein werden, die der bestmöglichen Förderung bedürfen.

Interview: Constanze. Emde

Weiteres Bürgerbegehren in Eutin nimmt Fahrt auf

Eutin steuert auf ein weiteres Bürgerbegehren und wohl einen weiteren Bürgerentscheid zu. Die Bürgerinitiative (BI) „Vernunft macht Schule“ hat von der Kommunalaufsicht grünes Licht bekommen. Jetzt ist die Stadt am Zug: Sie muss die Kosten für die von der BI verlangten Maßnahmen schätzen.

„Sollen die Wilhelm-Wisser-Gemeinschaftsschule (Standort Eutin) und die Grundschule (Standort ,Kleiner See’) einen Neubau am Standort ,Kleiner See’ erhalten und soll an diesem Standort eine Drei-Feld-Sporthalle gebaut werden, die beide Schulen für den Schulsport nutzen können?“ Mit dieser Abstimmungsfrage wollen sich die Vertreter der Bürgerinitiative, Thorben Junge (43, Vater von vier Kindern im Alter von 11, 13, 14 und 18 Jahren), Ivo Stock (41, Vater von drei Kindern im Alter von neun und drei Jahren sowie vier Monaten) und Ursula Jacobsen- Priefer (Großmutter von zwei schulpflichtigen Enkeln), an die Eutiner wenden. Sie sind nach vielen Vorgesprächen und Meinungsabfragen sicher, dass die Antwort vieler Menschen „Ja“ lauten wird. Damit das Bürgerbegehren Erfolg hat, benötigen sie um die 1300 Stimmen. „Wir wollen aber mindestens 1500, um auf der sicheren Seite zu sein“, sagt Ivo Stock.

Bevor jedoch Stimmen gesammelt werden können, hat die Stadt eine Übersicht über die zu erwartenden Kosten zu liefern. Diese müssen den Bürgern vor Abgabe ihrer Unterschrift bekannt sein. Während es der BI nach ihrer Aussage ausreichen würde, den Kostenrahmen wie für die Förderanträge zu nehmen, beabsichtigt die Stadt, ein Planungsbüro mit der Kostenermittlung zu beauftragen. „Da sind dann wohl acht Wochen realistisch, auch wenn es heißt, die Kosten müssten ,unverzüglich’ genannt werden. Aber der Bürgermeister sagt, er wolle sich absichern“, berichtet Thorben Junge.

Zahlen, die ihnen zuletzt genannt worden seien, lauteten auf acht Millionen Euro für eine hochwertige Sanierung der Wisser-Schule plus zwölf Millionen Euro für einen Erweiterungsbau, außerdem acht Millionen Euro für einen Neubau der Grundschule. „Wir haben uns andere Schulbauten angesehen, beispielsweise in Konstanz. Dort ist für 17 Millionen Euro eine Schule mit dem gleichen Raumprogramm wie dem der Wisser-Schule gebaut worden“, sagt Ivo Stock. Und: „Wir glauben an den Standort Am Kleinen See. Er ist groß genug für beide Schulen und eine Sporthalle. Wir wollen uns nicht als Architekten aufspielen, aber wir wollen einen Denkanstoß geben.“

Bei ihren Gesprächen mit den Fraktionen hätten sie festgestellt, dass es Missverständnisse gebe, dass zum Beispiel die Aussage, Eltern wollten kein Schulzentrum, auf falschen Tatsachen fuße, so die BI- Vertreter. „Die Parteien führten auch einen weiteren Zeitverzug ins Feld. Wir sind aber nicht auf die schnelle Lösung fokussiert, sondern betrachten auf Jahrzehnte, was besser ist für Eutin als Standort“, sagt Stock, der FWE-Mitglied ist, seine BI-Tätigkeit aber davon strikt trennen will. „Wir wollen optimale Bedingungen für Kinder schaffen“, versichert Junge. „Wir wollen auch nicht die Sporthalle am Güterbahnhof verhindern. Aber wir wollen neue Schulen und Sport am Schulstandort.“ Die BI erhofft sich von der Politik, dass sie die Kosten für Sanierung/Erweiterung/Neubau der Schulen und komplette Neubauten vergleicht: „Mit dem Abriss der jetzigen Schule am ,Kleinen See’ bietet sich eine einmalige Chance.“

Quelle: Ulrike Benthien | LN-Online 04.09.2018

„Vernunft macht Schule“ will nur einen Schulstandort

Die Bürgerinitiative strebt ein Bürgerbegehren an. Die Fragestellung liegt derzeit bei der Kommunalaufsicht zur Prüfung vor.

Thorben Junge, Ivo Stock und Ursula Jacobsen-Priefer haben sich zur Bürgerinitiative „Vernunft macht Schule“ zusammengeschlossen, um sich mittels Bürgerbegehren für den Neubau der Gustav-Peters-Grundschule Kleiner See sowie der Wilhelm-Wisser-Gemeinschaftsschule an einem Standort inklusive Sporthalle – am Kleinen See – einzusetzen (wir berichteten). „Die Abstimmungsfrage, mit der die Eutiner Bürger entscheiden sollen, ob die Wilhelm-Wisser-Schule einen Neubau am Standort kleiner See erhalten soll und die Begründung zu dieser Frage sind ausformuliert und liegen der Kommunalaufsicht zur Prüfung und Abstimmung mit dem Innenministerium vor“, teilten die BI-Mitglieder gestern mit und betonen: „Wir streben eine Lösung an, bei der die Außenstelle am kleinen Eutiner See der Gustav-Peters-Schule eigenständig und separiert bleibt.“

Unterstützt werden sie nach eigenen Angaben von den Freien Wählern sowie der SPD, Gespräche mit der FDP stünden noch aus, von CDU und Grünen sei ihnen eher Skepsis und Kritik entgegnet worden. Da bei der BI in den bisherigen Gesprächen mit den beteiligten aus Politik, Schule und Verwaltung der Eindruck entstand, „dass der Standpunkt der Schule offensichtlich nicht
klar und eindeutig bei der Politik verstanden wurde“, werde nun eine gemeinsame Schulkonferenz angestrebt, „damit die Politik bei kommenden Gremiensitzungen ein klares Votum der Schulkonferenz für die eine oder die andere Lösung hat“, heißt es in der Pressemitteilung.

Die derzeitige Beschlusslage sieht einen Neubau der Grundschule am Standort Kleiner See vor. Für den Neubau der Schule möchte die Verwaltung einen Architektenwettbewerb ausloben, teilte Bauamtsleiter Henning Schröter im April bei einem Ortstermin mit. „Nur so hat man die Chance, dort das schönste und beste Gebäude zu errichten“, sagte Schröter damals. Laut Zeitplan rechne er im Dezember dieses Jahres mit einem Gewinner des Wettbewerbs, danach könne die Entwurfsplanung beginnen. Laufen die Arbeiten der Fachplaner, die Genehmigungsverfahren sowie die Ausschusssitzungen reibungslos, rechnete Schröter mit einer Vergabe gegen Ende Mai 2020 und mit einem Baubeginn des Neubaus auf dem heutigen Sportplatz der Schule am Kleinen See in den Sommerferien 2020.

„Die Planungen an der Wilhelm-Wisser-Schule (WWS) am Standort Elisabethstraße laufen zeitgleich. Mit dem Unterschied, dass es dort keinen Architekturwettbewerb braucht, sondern nach Abbruch der kleinen Turnhalle dort einen Erweiterungsbau geben soll“, erklärte Schröter im Frühjahr. All das wurde unter der Voraussetzung geplant, dass die neuen Dreifeld-Sporthalle am Güterbahnhof gebaut und fristgerecht fertig werde, da vorher keine Turnhalle am Standort der Gemeinschaftsschule für den Erweiterungsbau abgerissen werden könne.

Die BI sagte auf einer FWE-Veranstaltung in den Schlossterrassen, auf die Frage aus dem Publikum nach dem zeitlichen Rahmen, dass aus ihrer Sicht ein Neubau beider Schulen am Standort Kleiner See inklusive Turnhalle auf dem derzeitigen Sportplatz ohne „große Verluste“ realisierbar sei. Die Verwaltung rechnete bislang mit Mitte 2022.

Quelle: Constanze Emde | OHA 23.08.2018