Wir sind mit Ihnen traurig…

Liebe Eutiner,

wir sind mit vielen von Euch traurig.

Mit Euch, die Ihr euch getraut habt über den Tellerrand zu blicken. Es war eine einmalige Chance für Eutin, einen Platz als zukunftsweisenden Schulstandort einzunehmen. Ihr wolltet wie wir Teil dieser Zukunft sein.

In der Politik und in der Bevölkerung gibt es jeweils eine knappe Mehrheit, für die diese Zukunftsvision zu früh kam. Aus Liebhaberei und vielleicht auch aus fehlendem Mut, hält man an dem fest was man kennt, auch wenn das ein pädagogischer Rückschritt ist. Neues macht eben vielen Menschen Angst. Es war unsere Aufgabe den Eutinern diese Angst zu nehmen und den Blick für diese Zukunft zu schärfen. Das ist uns scheinbar nicht gelungen.

Wir sind nicht traurig weil wir verloren haben!

Wir sind traurig, weil das knappe Ergebnis die Bürger Eutins spaltet und verunsichert. 4000 ungültige Stimmen, bei nur 319 Stimmen Unterschied, das macht die Niederlage für uns schmerzhaft.
Und die Sieger? Vermutlich haben sie nicht damit gerechnet zu gewinnen und ihre unzähligen Wahlversprechen einhalten zu müssen. Wir wünschen von ganzem Herzen gutes Gelingen!

Wir sind mit den (4000?) Menschen traurig, die jetzt nicht wissen, ob ihre Stimme überhaupt gültig ist. Dieses Ergebnis spiegelt ganz sicher nicht das Stimmungsbild der Bürger wieder.
Die Entscheidung Jamaikas zur Gegenfrage war vielleicht gut gemeint, hat aber letztlich zu großer Verwirrung geführt. Es ist traurig, dass dem Bündnis dieser Weitblick fehlte, wo sich das doch früh abzeichnete.

Wir sind traurig mit den Kindern der Gemeinschaftsschule, weil der Mehrheit der Politik  optimale Bedingungen zum Lernen nicht wichtig genug waren.

Wir sind traurig mit den Lehrern der Wilhelm-Wisser-Schule, die ein neues Schulgebäude brauchen, um weiterhin so gute Arbeit wie bisher leisten zu können. Die Notwendigkeit des Neubaus hat die Schulkonferenz bestätigt. Dieser Beschluss, der Lehrer, Eltern und Schüler wird zu 100% durch den Bürgerentscheid 2 ignoriert! Jetzt wird zum x-ten Male erweitert und saniert.

Mit den zukünftigen Grundschulkindern sind wir  traurig, weil ihnen viele Erfahrungen, tolle Möglichkeiten und großartige Nachbarn verwehrt bleiben.

Auch mit dem Kollegium an der Außenstelle der Grundschule sind wir traurig. Oder mit Goethes Worten:

„Mir gäb es keine größre Pein, wär ich im Paradies allein“

Unsere Niederlage ist eine Niederlage mit Preisgeld

Politik und Verwaltung müssen jetzt einen Bürgerentscheid umsetzen, der letztlich viele entscheidende Fragen offen lässt. Wir akzeptieren das Ergebnis und sind froh, dass jetzt nicht ohne das Fundament der Eutiner Bürger gebaut wird.

Der Bürgerentscheid 2 ist jedoch besser als die Beschlusslage vor einem Jahr. CDU und Grüne haben viele, viele Wahlversprechen abgegeben und die Experten im Bauamt haben eine schnelle Umsetzung immer und immer wieder versprochen und schon fast garantiert.

In weniger als zwei Jahren ist Baubeginn und 2023 soll das Meiste schon umgesetzt sein.

Die unsägliche Sporthalle am Güterbahnhof ist Geschichte, eine Dreifeldhalle für die Vereine mit Tribüne gibt es trotzdem. Die Wisser-Schüler kommen alle an den Berg, wodurch die Lehrer viele Stunden der Pendelei und mehrfache Schulhofaufsicht sparen.

Dort werden 99% des gewünschten Raumprogramms umgesetzt und die 2-Feld-Halle gibt es auch direkt auf dem Schulgelände. Hinzu kommen der Gymnastikraum, eine Aula, eine Mensa, ausreichend Parkplätze, Barrierefreiheit sowie genügend Pausenbereiche für alle Kinder, indem zum Beispiel auch die Dachflächen herangezogen werden, wie wir kürzlich hörten.

Viele andere Experten halten diese Herausforderung zwar für deutlich anspruchsvoller als unser Vorhaben, aber das Jamaika-Bündnis und Vertreter der Verwaltung haben Eutin versprochen, dass jetzt alles ganz schnell geht und eigentlich auch schon beschlossene Sache ist. Das beruhigt uns und auf das Ergebnis sind wir wirklich gespannt.

Es wurde im Wahlkampf für Bürgerentscheid 2 versprochen, dass alle offenen Bedenken für den Standort Berg geklärt werden können. Wir gehen davon aus, dass dies passiert bevor am Standort See Fakten geschaffen werden. Denn wenn die Machbarkeit am Berg doch nicht gegeben ist und am Standort See schon ein 5000 m2 großer eingeschossiger Rohbau steht, bleibt die Gemeinschaftsschule plötzlich auf der Strecke. Das darf uns nicht passieren! Alle Eutiner, egal ob Anhänger von Bürgerentscheid 1 oder 2, vertrauen jetzt auf die Wahlversprechen von CDU, Grünen und FDP und der Expertenmeinung der Verwaltung, dass etwas sehr Gutes für die Gemeinschaftsschule erreicht wird.

Liebe Unterstützer, seid nicht traurig! Der Bürgerentscheid war keine Niederlage.

Wir haben viel bewegt mit unserem Einsatz: wenn auch nicht in dem Umfang wie erhofft, dann trotzdem zum Besseren. Es ist auch ein Ergebnis, dass es ohne den Bürgerentscheid nicht gegeben hätte.

Es war uns eine große Freude Sie, die mutigen Eutiner, zu vertreten.

Ihre Bürgerinitiative “Vernunft macht Schule”

 

PS: Wenn Ihr für etwas brennt, setzt Euch dafür ein bis die Stadtvertreter die Bürger wieder vertreten. Tut es in den Parteien, in der Bürgerfragestunde vor den Ausschüssen oder als Bürgerinitiative. Bleibt dabei freundlich und sachlich, das nämlich ist etwas was viele Stadtvertreter und Angehörige der Verwaltung noch lernen müssen und wo die Bürger unbedingt mit gutem Beispiel vorangehen müssen.